Anstatt eines Nachwortes ein Aufruf

 

 

Nicht nur die bayerische Landespolitik sondern auch die Bundespolitik hält es für angeraten uns Deutsche vor unserer eigenen Geschichte zu 'bewahren'. Zwar fordern Landes- wie Bundespolitiker regelmäßig den "mündigen" Bürger, am besten noch mit Zivilcourage und bürgerlichem Eigenengagement - jedoch sorgen sie gleichzeitig dafür, dass uns, der breiten Bevölkerung, wichtiges Wissen, wichtige Kenntnisse, wichtige Zusammenhänge weiterhin vorenthalten bleiben.

Welche Beweggründe mag sie dazu verleiten?

Ist es die Angst vor einem Schock, der sich negativ auf die so 'heilige' Wirtschaft auswirken könnte?
Ist es die Angst vor Vertrauensverlust beim Bürger bzw. Wähler?
Ist es, im Falle dass die Verbrechen der Staatskirchen publik würden, die Angst vor einem Kollaps im sozialen Bereich, den die Kirchen heute noch mittragen?
Ist es die Angst vor Ansehensverlust im Ausland?
Ist es im Falle Bayerns die Angst, die Bürger dieses Bundeslandes könnten zu Objekten von Geringschätzung, Spott oder Hass bei den übrigen Bundesbürgern werden?
Ist es Rücksichtnahme auf nationale Eigenverliebtheit, früher fälschlich "Patriotismus" genannt?
Ist es die Rücksichtnahme auf die Angehörigen der Kriegsgeneration, die man nicht vor dem nahen Lebensende noch verletzen möchte?

Den Politikern sei gesagt - es wird zu keiner Revolution und auch zu keinem Zusammenbruch kommen, jedenfalls nicht deswegen. Es wird auch keine bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen in unserem Land geben, wenn wir Bürger endlich die volle Wahrheit über uns selbst erfahren.

Im Gegenteil. Wir Bürger würden uns freuen, wenn man uns endlich als 'vollwertige' Menschen, als mündig, als erwachsen, als vertrauenswürdig, anerkennen würde, von Seiten (unserer) Politiker.

Daher ruft der Autor alle Politiker in unserem Land, die guten Willens sind, auf: öffnet die Archive vollständig und klärt uns auf - ohne falsche Rücksichten und Ängste. Damit wir Deutschen endlich aus unseren Verbrechen und Fehlern lernen können! Damit wir uns nicht weiter schämen müssen für Landsleute, die aus Geschichtsunkenntnis und dadurch bedingter nationaler Selbstüberschätzung zu Ausländerhassern, Minderheitenfeinden, Rechtsradikalen werden! Damit endlich auch im Ausland verstanden wird, dass wir es ernst meinen mit unserem Umgang mit der Vergangenheit!

Ich rufe im übrigen alle Anständigen unter uns auf - lasst uns echte Trauerarbeit für die von unseren Vorfahren ermordeten, geschändeten, beraubten Menschen leisten, denn nur ernsthaft gefühlte und durchlebte Trauer kann Wunden heilen.
Besonders an meine bayerischen Landsleute appelliere ich, seid kritischer, stellt Fragen, glaubt nicht Alles, was man Euch vorsetzt, und - gebt Eure Gleichgültigkeit gegenüber Euren Nachbarn, egal ob 'Eigenen' oder 'Fremden', endlich auf und kümmert Euch!